EXKLUSIVE PREVIEW

Herzlich willkommen in der GALILEO VERSCHWÖRUNG. Erleben Sie den Anfang der Verschwörungsthriller-Trilogie in der kostenlosen Leseprobe!

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DIE GALILEO VERSCHWÖRUNG

Verschwörungsthriller von H.C. Besdziek

 

Fakten und Fantasie

 Dies ist ein Buch über Legenden, und die Suche nach dem wahren Kern.

 DIE GALILEO VERSCHWÖRUNG ist ein fiktionales Werk. Von den historischen und wissenschaftlichen Fakten einmal abgesehen, ist jede Übereinstimmung mit real existierenden Personen, egal ob lebend oder tot, oder Ereignissen rein zufällig.

 Der wissenschaftliche Hintergrund ist dagegen wahr:

 Galileo Galilei gelang im Jahr 1613 eine Entdeckung, die für die Erklärung des Klimas von großer Bedeutung ist.

 Zwischen 950 und 1250 n. Chr. kam es in Europa zu einer Klimaerwärmung – die Mittelalterliche Warmzeit. Während dieser Zeit nahmen das arktische Eis und die alpinen Gletscher ab, es entstanden Siedlungen in Island und Grönland. Die europäische Bevölkerung wuchs, und erschloss neue Gebiete für die Landwirtschaft. In Schottland wurde Wein angebaut, in Norwegen Getreide geerntet.

 Zur Illustration der Globalen Erwärmung wurde lange Zeit das so genannte Hockeystick-Diagramm benutzt, das die globale Temperatur vom Jahr 1000 bis heute darstellt. Sein Name ergibt sich aus dem Verlauf der Kurve: bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein langsamer Abfall, und dann plötzlich ein rasanter Anstieg. Seltsamerweise taucht die Mittelalterliche Warmzeit dort – wenn überhaupt – nur minimal auf:

Mann_hockeystick cut

Quelle: Wikimedia Commons. De Hockeystick-grafiek toont het temperatuurverloop op het Noordelijk Halfrond van het jaar 1000 tot 1998 uit het artikel van Mann en anderen (1999) […] (Legende entfernt). Von Michael E. Mann, Wikimedia Commons Lizenz CC BY-SA 3.0. Siehe https://nl.wikipedia.org/wiki/Hockeystickcurve#/media/File:Mann_hockeystick.jpg.

Im Vorfeld der UN-Klimakonferenzen von Kopenhagen (2009) und Durban (2011) gerieten Mailwechsel britischer Klimaforscher auf die Plattform WikiLeaks. Die E-Mails enthalten die folgenden Sätze:

  • „Ich habe gerade Mikes Nature-Trick angewendet, indem ich die tatsächlichen Temperaturen bei jeder Serie der letzten 20 Jahre (also ab 1981) und bei den Daten von Keith ab 1961 mit berücksichtigt habe, um den Rückgang zu verbergen.“
  • „Tatsache ist, dass wir derzeit den Mangel an Erwärmung nicht erklären können.“
  • „Außerdem denke ich, dass die Wissenschaft manipuliert wird, um ihr den richtigen politischen Dreh zu verpassen.“

(Zitiert nach http://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-gehackte-e-mails-von-klimaforschern-belegen-dass-sie-luegen-und-betruegen und http://www.science-skeptical.de/blog/climategate-2-das-drama-erlebt-eine-fortsetzung/006191/.)

 Sämtliche Legenden, die in diesem Roman erzählt und diskutiert werden, gibt es tatsächlich. Die Fußnoten sollen es interessierten Leser/-innen ermöglichen, selbst der Wahrheit auf den Grund zu gehen.

 

Prolog

 05:26 Uhr (MEZ)

Über dem Nordatlantik

 

Ihre kleine Tochter schrie und schrie. Céline legte den Arm um sie und versuchte, sie zu beruhigen. Céline hatte gehofft, dass ihr fünfjähriges Kind während des Nachtflugs schlafen könnte, doch die andauernden Wetterturbulenzen waren zu viel gewesen.

„Du darfst Angst haben“, flüsterte sie Sophie ins Ohr. „Weißt du, Mami hat auch Angst gehabt, als sie das erste Mal geflogen ist.“

Doch es half nichts. Der Sturm draußen verschlug den Airbus A380 abrupt nach links. Auch Céline war inzwischen übel. Sie war voller Vorfreude darauf, ihren Mann wiederzusehen, und doch bereute sie es inzwischen, dass sie nicht den Flug am nächsten Morgen gebucht hatte. Man hatte sie zwar vorgewarnt, dass sie durch ein „kleines Sturmgebiet im Nordatlantik“ fliegen würden, doch irgendwie hatte sie sich etwas anderes darunter vorgestellt.

Die Stimme des Piloten klang durch die Sprechanlage. Er klang fast ein wenig panisch, aber wahrscheinlich bildete sie sich das nur ein. „Verehrte Damen und Herren, die nächsten Minuten werden wieder etwas ungemütlich. Ich bitte um Ihr Verständnis.“

Céline fluchte innerlich. Noch ungemütlicher? Ihre Tochter kreischte wieder.

„Mami ist bei dir“, sagte sie zu Sophie. „Wir haben es fast geschafft. In ein paar Minuten ist alles vorbei. Uns passiert nichts, das verspreche ich dir.“

Im nächsten Moment gab es ein ohrenbetäubendes Krachen. Dann, ganz plötzlich, stieß es das Flugzeug senkrecht nach unten. Céline keuchte. Ihre Tochter schrie noch lauter, griff hilfesuchend nach ihrer Hand. Der Gurt brach, und es schleuderte Céline gegen den Sitz vor ihr.

Einen Augenblick lang stabilisierte sich die Lage. Céline richtete sich auf, blickte zu ihrer Tochter. Sophie hatte aufgehört, zu schreien, in ihren kleinen blauen Augen lag nur noch Entsetzen. Céline lächelte ihr zu. In einem letzten Moment der Glückseligkeit sah sie, wie die Angst aus dem Gesicht ihrer Tochter wich, wie sich Sophies Züge glätteten, wie sie zurücklächelte.

Dann ging es nach unten. Im freien Fall.

 

Teil Eins

 #Klimakonferenz

Der junge Mann kniete auf der Straße, die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Tränen quollen aus seinen Augen. Sein ganzes Bewusstsein war voll der Trauer und des Schmerzes – um den Verlust, den er erlitten hatte. Neben ihm lag ein blutüberströmter Leichnam. Der Leichnam einer jungen Frau, die in wenigen Tagen ein Kind erwartete. Der junge Mann schluchzte und schluchzte. Er hatte nicht vor, diesen Ort jemals zu verlassen. Warum auch? Jetzt, da sie tot war, war sein Leben sinnlos. Die Tränen des Mannes benetzten seine Hände und tropften durch sie hindurch, auf ein Päckchen, das durch die schweren Reifen eines LKW in Mitleidenschaft gezogen war. Der Text auf dem Päckchen lautete: Für Cassian – zu unserem ersten Hochzeitstag. Plötzlich, völlig unpassend, veränderte sich die Szenerie. Von irgendwoher brandete Musik auf, wurde immer lauter, bis hin zu einem gewaltigen Dröhnen, das sein gesamtes Bewusstsein ausfüllte.

Jäh erwachte er aus seinem Alptraum. Er war schweißgebadet. Wie jedes Mal, wenn er das Grauen der Vergangenheit durchlebt hatte.

Der Mann brauchte einen Moment, bis er erkannte, dass es sich bei der aufkommenden Musik um I Capuleti e i Montecchi von Vincenzo Bellini handelte. Der Klingelton seines Smartphones. Er warf einen Blick auf den Wecker. Es war noch nicht mal fünf. Genervt tastete er nach dem Handy, und nahm ab.

„Ja?“

Are you Professor Cassian Schmid?“ Die Stimme des Mannes am anderen Ende der Leitung war tief und von Entschlossenheit geprägt.

Yes.“ Schmid richtete sich auf, und schaltete das Licht ein. „Wieso?“

„Hier ist McKneely, ich habe Sie gestern Abend per E-Mail kontaktiert. Da ich bislang keine Antwort von Ihnen gehört habe, wollte ich nun nachfragen, ob Sie das Angebot annehmen.“

Schmid hatte keine Ahnung, wovon der Mann sprach. Bis spät in die Nacht hatte er an seinem aktuellen Working Paper gearbeitet. Den unendlichen Berg an E-Mails hatte er zurückgestellt, vor dem Wochenende würde er dafür ganz bestimmt keine Zeit finden. „Meine Güte, es ist halb fünf Uhr morgens. Was kann so wichtig sein…“

„Tut mir leid“, unterbrach ihn der Anrufer. „Die Lage hat sich verschärft. Wenn mich nicht alles täuscht, bleibt nicht mehr viel Zeit. Es wird noch heute geschehen.“

„Was wird heute geschehen? Könnten Sie sich erklären?“

Einen Moment lang war die Leitung still. „Haben Sie meine E-Mails überhaupt gelesen?“

„McKneely, sagen Sie? Nein, ich fürchte… worum geht es denn?“

„Mein Name ist Jason McKneely, Generalsekretär der World Meteorological Organization. Ich brauche Ihre Hilfe. Es geht um unerklärliche Vorkommnisse im Zusammenhang mit der UN-Klimakonferenz in London.“

Schmid fluchte innerlich. Wieso bist du überhaupt rangegangen? Nach der Sache von gestern hättest du dir sowas doch denken können.

„Tut mir leid, Mr. McKneely, aber ich lasse mich grundsätzlich nicht für politische Zwecke einspannen. Ich fürchte, ich kann Ihnen in dieser Sache nicht dienlich sein.“

„Herr Schmid, ich brauche Sie hier, in London. Die WMO bietet Ihnen einen sechsstelligen Betrag für Ihre Kooperation. Sie müssen uns helfen, eine Katastrophe abzuwenden.“

„Ich muss gar nichts“, sagte Schmid, und legte auf. Er knipste das Licht aus und legte sich wieder schlafen, nur um festzustellen, dass es sinnlos war. Er verfluchte Mr. McKneely, und ging duschen. Als er wieder auf sein Handy blickte, sah er, dass McKneely ihn zwei weitere Male angerufen hatte.

Mit der vagen Idee, bis zu seiner Vorlesung um neun noch etwas zu arbeiten, zog Schmid seinen Anzug an und ging ins Wohnzimmer. Mit den Mahagonimöbeln, dem mit Brillanten verzierten Glastisch und nicht zuletzt der gewaltigen Musikanlage war dieses edel eingerichtet, wie überhaupt die ganze, rundum verglaste Wohnung. Schmid begeisterte sich für das Außergewöhnliche – privat die Musik der Romantik und die Oper, und beruflich all die Theorien über das Geheime, Extraterrestrische und Übernatürliche.

Der 38-jährige Wissenschaftler galt als Koryphäe seines Fachs. Um ehrlich zu sein, war er selbst es gewesen, der diesen Forschungszweig über sein Nischendasein hinaus bekannt gemacht hatte. Cassian Schmid war ein hochgewachsener Mann mit kurzen, hellbraunen Haaren, türkisfarbenen Augen und einer schlanken Gesichtsform. Sein attraktives Äußeres, gepaart mit seiner außerordentlichen Intelligenz, hatte ihm ein gewisses Interesse seitens seiner Kolleginnen und auch Studentinnen eingebracht. Im Laufe der letzten Jahre hatte es nicht wenige Frauen gegeben, die ihn ins Restaurant oder Theater begleitet hatten, und nahezu alle waren ihm anschließend auf einen Schlummertrunk in seine Wohnung gefolgt. Trotzdem war Schmid schon lange keine Beziehung mehr eingegangen, die diese Bezeichnung auch wirklich verdiente.

Ständig behauptete er – gegenüber potenziellen Partnerinnen, aber vielmehr noch gegenüber sich selbst –, er habe keine Zeit für eine längerfristige Bindung, sein ganzes Leben sei der Arbeit gewidmet. In der Tat war dies kaum gelogen: wenn er nicht gerade unterrichtete, forschte er, oder schrieb an der aktuellsten Ausarbeitung. Nur die präzise Einteilung seiner Termine ermöglichte es ihm, regelmäßig das Fitnessstudio zu besuchen, um beim Workout etwas Abstand zum Job zu gewinnen. Zu anderen Freizeitaktivitäten kam er ausschließlich im Urlaub, beispielsweise dem Mountainbiking – vorzugsweise in den österreichischen Alpen – und dem Schachspiel – vor drei Jahren hatte er bei der Deutschen Meisterschaft einen überragenden siebten Platz belegt.

Und doch – es lag nicht am überfrachteten Kalender, dass er sich auf keine enge Beziehung mehr eingelassen hatte. Seine Gründe lagen vielmehr in Erlebnissen, die lange zurücklagen, und ihn doch in seinen Träumen heimsuchten.

Cassian Schmid schaltete den Computer ein und widmete sich dem Working Paper, das er – passend zur Klimakonferenz – an diesem Nachmittag vorstellen würde und das in interessierten Kreisen mit Spannung erwartet wurde. Titel: Agenda 22, Smart Meter und CO2-Steuer – Der NWO-Mythos des 21. Jahrhunderts. Es war ein sinnloses Unterfangen. Er wusste ganz genau, dass sein Text gelungen war, und doch fand er in jedem Abschnitt ein Wort, ein Fakt oder ein Zitat, mit dem er nicht hundertprozentig zufrieden war. Du bist eben ein Perfektionist, sagte er sich. Aber wenn du so weitermachst, wird die Arbeit nie fertig.

Widerwillig, riss er sich von den Georgia Guidestones und der Neuen Weltordnung weg und brühte sich eine Tasse Kaffee. Dann rief er sein E-Mail-Postfach auf und suchte nach der Nachricht von Jason McKneely. In der Tat handelte es sich nicht um eine einzige, sondern um ganze vier Nachrichten. Die erste stammte von 21:35 Uhr, die letzte von 01:11 Uhr. Allesamt waren als wichtig markiert.

Schmid seufzte. Diese verdammten Klima-Typen. Am vorigen Tag hatte ihn ein Freak abgepasst und so lange auf ihn eingeredet, bis er sich endlich mit einem US-Amerikaner namens Timothy Snow verbinden ließ, offenbar Berater eines Präsidentschaftsbewerbers. Der Klimaskeptiker Snow wollte ihn unbedingt dazu bringen, seine Kampagne gegen die neuen Klimaziele der Vereinten Nationen zu unterstützen. Und nun hatte er Klima-Stalker Nummer zwei in Person von Jason McKneely am Hals.

Lustlos klickte er die erste Mail an. Er war sich ganz sicher, was diese beinhalten würde. Erstens: eine ellenlange Erläuterung, wieso die neuen UN-Klimaziele die Rettung des Planeten bedeuteten, oder aber für den Untergang der freien Welt sorgten. Zweitens: eine noch längere Ausführung, wieso Prof. Dr. Cassian Schmid ein Meister seines Fachs war. Drittens: ein Schlusswort, wieso die Kampagne als frei von Ideologie angesehen werden würde, wenn sie von Prof. Dr. Cassian Schmid unterstützt würde.

 

— Gesendet um 21:35 Uhr —

 Sehr geehrter Herr Prof. Schmid,

 ich wende mich an Sie, weil ich Ihre Hilfe benötige. Bitte behandeln Sie die Informationen aus dieser Nachricht vertraulich. Schreiben Sie nicht zurück, sondern kontaktieren Sie mich telefonisch.

Wie Sie sicherlich wissen, findet derzeit die Klimakonferenz der Vereinten Nationen in London statt. Nach all den Jahrzehnten, in denen Egoismen regiert haben, steht die Welt nun kurz vor ihrer Rettung. Eine neue Entwicklung droht all dies jedoch zu zerstören. Die Konferenz ist einer Bedrohung ausgesetzt – einer Bedrohung, zu deren Bewältigung ich auf Sie angewiesen bin. Ich kann hier nicht deutlicher werden, wir müssen dies persönlich besprechen.

Die WMO bietet Ihnen ein umfangreiches Honorar. Wir werden außerdem Ihren Flug nach London organisieren, Sie müssen sich nicht selbst darum kümmern. Bitte rufen Sie mich zurück, die Einzelheiten klären wir dann.

Bitte helfen Sie uns, die Bedrohung abzuwenden.

 Jason McKneely

Generalsekretär der World Meteorological Organization (WMO)

 

Schmid nahm einen tiefen Schluck Kaffee, und blickte skeptisch auf den Bildschirm. Es war genau der dramatische Schreibstil, auf den er eingestellt hatte, und doch hatte er etwas anderes erwartet. Kein Wort davon, dass er eine Kampagne unterzeichnen sollte.

Er klickte sich durch die weiteren Nachrichten. Der schwulstige Stil war verschwunden, anstatt dessen wurden die Mails immer kürzer, und fast etwas panischer.

 

— Gesendet um 23:01 Uhr —

 Sehr geehrter Herr Prof. Schmid,

haben Sie sich bereits mit meinem Angebot beschäftigt? Bitte rufen Sie mich so schnell wie möglich an.

Jason McKneely

 

— Gesendet um 23:40 Uhr —

 Herr Prof. Schmid,

bitte rufen Sie mich so schnell wie möglich an. Die Bedrohung könnte die gesamten Vereinten Nationen ins Dunkel stürzen.

McKneely

 

— Gesendet um 01:11 Uhr —

 Herr Schmid,

rufen Sie mich bitte an. Die Lage hat sich verschärft. Sie werden sofort zuschlagen, noch heute. Ich brauche Ihre Hilfe.

McKneely

 

Einen Moment lang war Schmid unschlüssig. Dann griff er zu seinem Smartphone.

McKneely ging sofort heran. „Endlich. Wir dürfen keine Zeit verlieren.“

„Worum geht es hier? Was ist das für eine Bedrohung?“

„Wie ich bereits gesagt habe, ich brauche Sie, um unerklärlichen Vorkommnissen auf den Grund zu gehen, die sich im Rahmen der UN-Klimakonferenz ereignen.“

„Vorkommnisse welcher Art?“

„Herr Schmid, wir müssen dies alles persönlich besprechen. Ich habe einen Privatjet für Sie organisiert, der Sie nach London bringen wird. Die WMO bietet Ihnen ein sechsstelliges Honorar für Ihre Dienste.“

„Mr. McKneely, ich fliege ganz bestimmt nicht nach London, ohne zu wissen, um welche Vorkommnisse es sich hier handelt.“

„Wetteranomalien.“

„Wetteranomalien? Ich wüsste nicht, inwiefern ich Ihnen bei dieser Sache behilflich sein könnte. Ich bin kein Meteorologe.“

„Meteorologen habe ich in der WMO genug. Ich brauche jemanden, der mir etwas über geheime Wettermanipulationen erzählen kann.“

„Geheime Wettermanipulationen?“ Langsam fragte sich Schmid, ob er womöglich gerade einem Scherz eines Studenten aufsaß. „Und aus welchem Grund glauben Sie, dass ausgerechnet ich mich damit auskennen könnte?“

„Eine Google-Suche hat mich zu Ihrem Working Paper geführt. HAARP, Chemtrails und Geoengineering – Wettermanipulation im Fokus.“

Schmid seufzte. „Ich fürchte, Sie haben hier etwas falsch verstanden. In der betreffenden Arbeit geht es nicht um geheimes Wissen über Wettermanipulationen. Die Arbeit beschäftigt sich mit…“

„Aber auf der Website der Freien Universität Berlin steht“, unterbrach ihn Mr. McKneely, „Sie seien eine Koryphäe der Konspirationsforschung.“

„Eben, das versuche ich Ihnen ja gerade zu erklären. Es liegt mir völlig fern, irgendwelche absurden Theorien über Wettermanipulationen, Klimaverschwörungen oder Ähnliches aufzustellen.“

„Wenn ich mir Ihr Working Paper so ansehe, dann drängt sich mir aber der Eindruck auf, Sie wüssten durchaus eine ganze Menge darüber.“

„Nicht über Wettermanipulation, sondern über die Theorien darüber. Die Konspirationsforschung beschäftigt sich mit der Entstehung und Verbreitung von Mythen. Wer bringt Legenden in Umlauf, und warum tut er dies? Wer glaubt diese Legenden, und weshalb? Konspirationsforscher und Verschwörungsideologen stehen sich völlig konträr zueinander. Ich versichere Ihnen, Sie werden kaum jemanden finden, der Theorien über geheime Wettermanipulationen so skeptisch gegenüber steht wie ich.“

„Und eben deswegen brauche ich Sie. Die Vereinten Nationen befinden sich in einer Krise gewaltigen Ausmaßes. Ich brauche einen Experten, um diese Sache aufzuklären.“

„Eine Krise, die mit geheimen Wettermanipulationen zusammenhängt?“

„Herr Schmid, ich kann am Telefon nicht deutlicher werden. Die Leitung kann abgehört werden, diese Informationen dürfen nicht in die falschen Hände geraten. Der Pilot erwartet Sie am Haupteingang des Flughafens Schönefeld. Wir treffen uns dann um Punkt sieben Uhr, vor meinem Hotel.“ McKneely nannte eine Adresse im Londoner Edelviertel West End. „Bitte, helfen Sie uns. Wenn wir die Bedrohung nicht abwenden, werden Menschen sterben – und alles, was wir in den letzten Jahren erarbeitet haben, wird zerstört sein.“

Schmid war immer noch unschlüssig. „Na gut“, sagte er schließlich. „100.000 Euro, haben Sie gesagt?“

„Nehmen Sie das Doppelte. Hauptsache, Sie kommen sofort.“

 

+++

 

Zur selben Zeit, irgendwo in London. Hysteria, Drahtzieher der komplexen terroristischen Operation, dachte über die neuen Entwicklungen nach. Jason McKneely, Generalsekretär der World Meteorological Organization, hatte sich an einen Konspirationsforscher gewandt, um den Vorkommnissen auf den Grund zu gehen. Nun war der Wissenschaftler auf dem Weg zur UN-Klimakonferenz. Dies ließ nur eine Reaktion zu.

Hysteria wählte die Nummer seines Kontaktmanns, eines begnadeten Auftragskillers. Deckname Vince, benannt nach dem Hurrikan, der vor mehreren Jahren die iberische Halbinsel heimgesucht hatte.

„Ja?“, meldete sich Vinces Stimme durch die abhörsichere Leistung.

„Es gibt Neuigkeiten, wir müssen das Vorhaben abändern. Mr. McKneely hat einen Jet gestartet. Er hat einen Wissenschaftler namens Professor Cassian Schmid ins Vertrauen gezogen, und lässt ihn nun aus Berlin einfliegen, um Nachforschungen anzustellen.“

„Was weiß dieser Typ?“

„Alles. McKneely hat ihm von den Morden erzählt. Hör zu, wir können nicht zulassen, dass unser Plan an die Öffentlichkeit gerät. Uns bleibt keine andere Wahl.“

„Das heißt, ich soll ihn abpassen und eliminieren?“

„Abpassen ja, eliminieren nein. Ich denke, ich habe eine bessere Idee.“

Hysteria erläuterte den Plan, der nicht nur den Wissenschaftler aus dem Weg räumen, sondern gleich zwei Probleme auf einen Schlag lösen würde. Einen Moment lang war die Leitung still.

„In Ordnung“, sagte Vince schließlich. „Schon erledigt.“

„Danke. Und denk immer daran: unsere Nachfahren werden es uns danken.“

 

+++

 

Gestern noch war es ein lauer Herbsttag gewesen, und heute fühlte es sich an wie tiefer Winter. Als Cassian Schmid ins nächtliche Berlin hinaustrat, prasselte es nicht nur in Strömen; er musste auch gegen den kalten Wind ankämpfen, der ihm entgegenschlug. Trotz seiner Ski-Jacke mit Kapuze fror er.

„Flughafen Schönefeld“, sagte er, und stieg ins Taxi.

Der Fahrer, ein junger Mann mit Lockenfrisur, gab ordentlich Gas. „Und, wo geht’s von dort hin?“

Schmid antwortete nicht, sondern schrieb eine Mail an die Uni. Werde heute leider keine Termine wahrnehmen können. Muss aus privaten Gründen nach London.

 

Die Exklusive Preview endet hier!

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Dies ist ein fiktionales Werk. Von den historischen und wissenschaftlichen Fakten einmal abgesehen, ist jede Übereinstimmung mit real existierenden Personen, egal ob lebend oder tot, oder Ereignissen rein zufällig.

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